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»Kultur denken. Season 6 Episode 3: All the Rage. Gespräch mit Iris Därmann

»Kultur denken. Season 6 Episode 3: All the Rage. Gespräch mit Iris Därmann

29m 7s

Wut und Rache mit der Kulturwissenschaftlerin Iris Därmann. Am 7. Oktober 1944 ging von der Widerstandsgruppe des letzten »Sonderkommandos« von Auschwitz die einzige Revolte in der Geschichte des Vernichtungslagers aus. Iris Därmann, Professorin für Kulturtheorie und Kulturwissenschaftliche Ästhetik am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, erzählt über die zentrale Mitwirkung weiblicher Häftlinge an dieser Revolte. Ein konspiratives Netzwerk von etwa dreißig Frauen schmuggelte Schwarzpulver von ihrem Arbeitsplatz an das »Sonderkommando« in Auschwitz. Ein Ereignis, in dem weibliche Wut in Mut umschlägt und gewaltsame ebenso wie antisadistische, musikalische, prophetische und performative Widerstandsformen findet.

»Kultur denken. Season 6 Episode 4: All the Rage. Gespräch mit Marina Rauchenbacher

»Kultur denken. Season 6 Episode 4: All the Rage. Gespräch mit Marina Rauchenbacher

25m 52s

Die Kulturwissenschaftlerin Marina Rauchenbacher beschäftigt sich mit Feminismus und Transgender in Comics. Zentral für ihre Auseinandersetzung mit dem Thema sind die sogenannten ›Underground Comics‹, die in den 1970er Jahren in den USA aufkamen. Wut, beziehungsweise wütende Frauen, sind ein wichtiges Stilmittel. Das Cover der ersten und bahnbrechenden, ausschließlich von Frauen geschaffenen Sammlung »It Ain’t Me, Babe«, die 1970 von Trina Robbins veröffentlicht wurde, zeigt sechs bereits etablierte Comicfiguren, darunter Olive Oyl und Wonder Woman, die wütend ihre Fäuste erheben. Die Entwicklungen dieses Genres zeugen seitdem von der facettenreichen Auseinandersetzung von Comiczeichnerinnen mit Wut – sie reicht von autobiografischen Ansätzen bis...

»Kultur denken. Season 6 Episode 5: All the Rage. Gespräch mit Fatma Aydemir

»Kultur denken. Season 6 Episode 5: All the Rage. Gespräch mit Fatma Aydemir

19m 3s

In dieser Folge geht es um den Roman »Ellbogen« der Autorin und Journalistin Fatma Aydemir. 2017 bei Hanser erschienen, erhielt Aydemir für ihr Debüt den Klaus-Michael-Kühne-Preis und den Franz-Hessel-Preis, 2024 wurde der Roman verfilmt. Aydemir liest einen Ausschnitt aus »Ellbogen« vor, gibt Einblick in ihre eigene Biographie und die Entstehungsgeschichte ihres Werkes. Der Roman erzählt die Geschichte der 17-jährigen Hazal, die in Berlin-Wedding aufwächst, von der Mehrheitsgesellschaft marginalisiert wird und nach einem gewalttätigen Vorfall nach Istanbul flieht. Es ist eine wütende Coming-of-Age-Geschichte über das Recht auf Gefühle, Zugehörigkeit und Abgrenzung.

»Kultur denken. Season 5 Episode 1: Canetti egalitär. Einleitung

»Kultur denken. Season 5 Episode 1: Canetti egalitär. Einleitung

11m 23s

Die fünfte Staffel von Kultur Denken widmet sich dem Denken Elias Canettis – zugespitzt, neu gelesen, und mitten in die Gegenwart gestellt. Unter dem Titel »Canetti egalitär« geht es um nichts weniger als um die Frage: Was sagt Masse und Macht heute – in Zeiten sozialer Bewegungen, autoritärer Rhetoriken und neuer Kollektiverfahrungen?

Ausgangspunkt der Staffel ist eine internationale Tagung am ifk, die Canetti nicht als Denkmal, sondern als Störung verstanden hat: als eine Figur, die Konventionen durchkreuzt, disziplinäre Grenzen sprengt und Vorstellungen von Macht und Gleichheit radikal neu denkt.

In der Einleitung die entfaltet sich im Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler...

»Kultur denken. Season 5 Episode 2: Canetti egalitär. Gespräch mit Sarah Bangert

»Kultur denken. Season 5 Episode 2: Canetti egalitär. Gespräch mit Sarah Bangert

34m 36s

Was tun mit einem Werk wie Masse und Macht, das so oft zitiert wie selten genau gelesen wird? In dieser Folge von Kultur Denken gehen wir der Frage nach, wie sich Elias Canettis Denken über die Masse heute fruchtbar machen lässt – jenseits der bekannten Linien.

Im Gespräch mit Martin Gasteiner analysiert Sara Bangert Canettis zentrale Konzepte der Masse und des Rhythmus als soziale Ordnungsprinzipien. Bangert entwickelt eine differenzierte Perspektive auf die Masse als ambivalentes Phänomen: als Raum temporärer Gleichheit einerseits und als fragile soziale Formation andererseits.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Canettis Konzeption des Rhythmus als verbindendem Element zwischen historischen und...

»Kultur denken. Season 5 Episode 3 Canetti egalitär. Gespräch mit Florian Mühlfried

»Kultur denken. Season 5 Episode 3 Canetti egalitär. Gespräch mit Florian Mühlfried

25m 51s

In dieser Folge von Kultur Denken spricht Martin Gasteiner mit dem Sozialanthropologen Florian Mühlfried über Elias Canettis Masse und Macht – und über das, was passiert, wenn die Idee der Gleichheit kippt: in Neid, Kontrolle und gegenseitige Entmutigung.

Zentral ist dabei das Konzept des »Albtraum-Egalitarismus« – geprägt von Eric Gable –, das die dunkle Seite egalitärer Ordnungen offenlegt: zwischen Angst vor Abweichung und dem Versprechen kollektiver Freiheit. Mühlfried entwickelt eine eigenständige Lesart von Canettis Gleichheitsvorstellung: als Bewegung zwischen der Aufhebung individueller Differenz und dem Aufscheinen gemeinsamer Erfahrung.

Ein Gespräch über Masse, Macht, Mythos – und darüber, wie man ethnologisch denken...

»Kultur denken. Season 5 Episode 4: Canetti egalitär. Gespräch mit Ulrich van Loyen

»Kultur denken. Season 5 Episode 4: Canetti egalitär. Gespräch mit Ulrich van Loyen

28m 15s

Was lässt sich heute, dreißig Jahre nach seinem Tod, noch mit Elias Canetti anfangen? In dieser Folge von Kultur Denken spricht Martin Gasteiner mit dem Literaturwissenschaftler und Sozialanthropologen Ulrich van Loyen über die Aktualität von Canettis Denken – insbesondere über dessen Hauptwerk Masse und Macht.

Im Fokus steht die Frage, wie sich Canettis Text im Kontext aktueller anthropologischer Theorien neu lesen lässt. Van Loyen bringt ihn mit Autor*innen wie David Graeber und David Wengrow ins Gespräch und zeigt, wie Canettis nicht-lineare Geschichtskonzeption als kritischer Gegenentwurf zur klassischen Zivilisationstheorie verstanden werden kann.

Zentrale Themen des Gesprächs sind Imagination und Körperlichkeit in...

»Kultur denken. Season 5 Episode 5: Canetti egalitär. Gespräch mit Annette Werberger

»Kultur denken. Season 5 Episode 5: Canetti egalitär. Gespräch mit Annette Werberger

25m 26s

Annette Werberger zeigt im Gespräch mit Martin Gasteiner, wie tief Elias Canetti in die Welt des Anarchismus eingetaucht ist. Sie rekonstruiert eine bislang übersehene Dimension seines Denkens: seine Auseinandersetzung mit anarchistischer Literatur und Praxis.

Im Zentrum steht Canettis private Bibliothek – fast vollständig bestückt mit Werken des Anarchismus. Werberger liest sie nicht nur als Sammlung, sondern als Denkraum: ein Ort, an dem Canetti über alternative Formen des Zusammenlebens nachdachte.

Annette Werberger ist Professorin für Literaturwissenschaft an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Ihre Arbeit widmet sich der osteuropäischen Literatur im gesamteuropäischen Kontext – mit einem besonderen Blick auf Verflechtungsgeschichten, Avantgarden...

»Kultur denken. Season 5 Episode 6: Canetti egalitär. Gespräch mit Andreas Gehrlach

»Kultur denken. Season 5 Episode 6: Canetti egalitär. Gespräch mit Andreas Gehrlach

34m 15s

In dieser Folge des Podcasts Kultur Denken, einer Produktion des ifk Wien, spricht Martin Gasteiner mit dem Kultur- und Literaturwissenschaftler Andreas Gehrlach über die Kulturtechnik der »Göttermacherei« – ein Begriff, der zugleich historisch und hochaktuell ist.

Gehrlach, seit Oktober 2023 wissenschaftlicher Programmleiter am ifk, beschäftigt sich mit modernen und antiken Kulturtheorien, mit Utopien, Diebstahl, Kniefall – und mit jenen prekären, verborgenen Ökonomien, die sich oft unserem Blick entziehen, aber das Gewebe unserer Gesellschaft durchdringen.

Ausgehend von Elias Canettis Machttheorie analysiert Gehrlach, wie sich Menschen selbst zu Göttern erheben – und warum solche Akte der Selbstvergöttlichung, etwa bei Napoleon oder Alexander...

»Kultur denken. Season 5 Episode 7: Canetti egalitär. Gespräch mit Thomas Macho

»Kultur denken. Season 5 Episode 7: Canetti egalitär. Gespräch mit Thomas Macho

25m 12s

Am 14. August 2024 jährte sich Elias Canettis Todestag zum 30. Mal – ein Datum mit Folgen: Sein bislang gesperrter Nachlass in der Zentralbibliothek Zürich wurde geöffnet. Tagebücher, Briefe, Notizen – ein riesiges Konvolut, das nun neue Blicke auf das Werk und Denken Canettis erlaubt. Im Gespräch mit dem Kulturphilosophen Thomas Macho gehen wir dieser Öffnung nach. Was wird sichtbar, wenn wir Canetti heute lesen? Als Massenanalytiker, ethnologischer Denker, literarischer Grenzgänger? Macho betont die Aktualität von »Masse und Macht« – als Buch der Zeichen, der Risse, der Widerstände. Themen wie Massensymbole, Doppelmassen, Tiermetaphorik und Friedhöfe liest er nicht systematisch, sondern...